Wöllstadt (pm/hed). Die Wöllstädter haben die Nase voll von den täglichen Blechlawinen auf der B 3: Am 20. Mai wollen sie die Straße bei einem zweistündigen Protestmarsch lahmlegen und so dafür demonstrieren, dass der Bund endlich die benötigten 31 Millionen Euro für den Bau der Ortsumgehung B 3/B 45 bereitstellt.

Das entschieden die Vertreter der neuformierten Bürgerinitiative »Ortsumgehung Wöllstadt - jetzt« bei ihrer Auftaktveranstaltung am Mittwoch, zu der 250 Wöllstädter in die Römerhalle gekommen waren.

Der BI-Vorsitzende Peter Dangelmaier betonte noch einmal, dass die Planung für die Straße abgeschlossen ist und lediglich das Geld vom Finanzministerium fehlt.

»Seit Mai 2010 besteht Baurecht, das nicht mehr beklagbar ist. Seit diesem Zeitpunkt aber passierte nichts mehr.« Dangelmaier forderte, dass der Bund endlich die Finanzierung beschließt und dem Land Hessen den Aufrag zur Durchführung der Maßnahme erteilt.

Bevor das Saalmikrofon freigegeben wurde, bedauerte Dangelmaier, dass trotz rechtzeitiger Einladung außer dem CDU-Landtagsabgeordneten Tobias Utter kein anderer hochrangiger Politiker zur Veranstaltung gekommen war. »Hier wäre die Gelegenheit gewesen, sich von der schlechten Stimmung in der Bevölkerung zu überzeugen.«

Und die ist vorhanden: Mehrere Wöllstädter äußerten ihren Unmut über den Status quo. Anwohner Armin Diel schimpfte: »Ich finde es eine Unverschämtheit, dass die eingeladenen Politiker nicht alle erschienen sind.Warum meiden sie Wöllstadt?« Susanne Körner wandte sich an den anwesenden Bürgermeister Alfons Götz (CDU): »Lassen Sie das Tempo auf 30 Kilometer pro Stunde reduzieren, stellen Sie Blitzanlagen auf, und wir haben schnell genug das Geld, um die Umgehungsstraße selber bauen zu lassen.«

Das könne er leider nicht, sagte Götz, der an rechtliche Vorgaben gebunden sei. Er habe in den vergangenen 16 Jahren viel Herzblut in die Ortsumgehung investiert und sagte, er werde das Rathaus »erst verlassen, wenn die Straße fertig ist.« Sollte der Bund den Baubeginn weiter hinauszögern, könne es geschehen, dass mit der Planung von vorne begonnen werden müsse.