Wöllstadt (hed). Die Ortsumgehung Wöllstadt steht ganz oben auf der Prioritätenliste des Landes Hessen. Im neuen Investitionsrahmenplan des Bundes bis 2015, den Verkehrsminister Ramsauer am Donnerstag vorstellte, wird die 38,8 Millionen Euro teure B3/B45-Umfahrung als wichtigstes Bundesstraßenprojekt eingeordnet.


 

Noch wichtiger ist aber, dass die Ortsumgehung wohl unter den Projekten zu finden ist, die über die zusätzliche Milliarde sofort angegangen werden sollen.

Über die Verwendung der zusätzlich bewilligten 600 Millionen Euro für den Straßenbau entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags. Mitte Januar soll dem Gremium eine Projektliste vorgelegt werden, auf der laut dem BI-Vorsitzenden Peter Dangelmaier auch die Ortsumgehung Wöllstadt steht. »Die Chancen stehen gut«, sagte er der WZ. Wie Dangelmeier berichtet, habe Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Ramsauer einen Brief geschrieben und die B 3 in der Priorität gleich hinter der A 7-Erweiterung bei Kassel eingeordnet.

Gute Chance für Bau bis 2015


Bis Jahresende fällt Entscheidung: Extra-Geld aus Verkehrsetat des Bundes für die B3-Umgehung in der Wetterau?

Eine Milliarde Euro extra bescheren hohe Steuereinnahmen dem Verkehrsetat des Bundes. In Wöllstadt erwarten viele nun, dass ihre Gemeinde davon etwas abbekommt. Die Politik nährt das Hoffen.

Von Dennis Pfeiffer-Goldmann

Wöllstadt. Durch Nieder-Wöllstadt – hier an der Kreuzung der B 45 und der B3 – quälen sich täglich tausende Autofahrer. Genervt sind freilich auch die Anwohner – wegen Lärm und Dreck. Archivfoto: dpgDurch Nieder-Wöllstadt – hier an der Kreuzung der B 45 und der B3 – quälen sich täglich tausende Autofahrer. Genervt sind freilich auch die Anwohner – wegen Lärm und Dreck. Archivfoto: dpg Natürlich könne er nichts versprechen. Aber ...

Beim Ortstermin mit diversen Bürgern vor wenigen Tagen hat Landtagsabgeordneter Tobias Utter (CDU) aus Bad Vilbel doch immerhin eines im Gepäck: "Die Hoffnung ist groß für grünes Licht" für den 40 Millionen Euro teuren Bau der B 3-Ortsumgehung.

 

Utter: Spannende Zeit

Das steigert die Erwartungen der Wöllstädter, die seit Jahren für ihre Straße kämpfen. Das Projekt wurde zum Paradoxon: Der Bund trieb es voran, die Gemeinde half, wo es nur ging. Nun sind die Pläne fertig, Klagen nicht mehr möglich, selbst die Flurbereinigung kann anlaufen.

Bis der erste Bagger rollen kann, wären es nur wenigen Monate. Doch ausgerechnet da kommt das vorläufige Aus für die Umgehung der Bundesstraße B 3: Weil dem Bund das Geld fehlt, wird fürs Erste nicht gebaut. Seit bald zwei Jahren macht Wöllstadt diese Hängepartie nun schon mit.

Mit der Extra-Milliarde im Etat von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) könnte sich das nun ändern. 600 Millionen Euro davon fließen in den Straßenbau. Wie viele nach Hessen, ist noch nicht klar. Und welche Projekte in Hessen ab dem kommenden Jahr damit finanziert werden, klären Bund und Land gemeinsam.

Wöllstadt (hed/pm). Vorraussichtlich nächste Woche werde über die Bewilligung der finanziellen Mittel für die Ortsumgehung Wöllstadt entschieden – »und Wöllstadts Chancen haben sich deutlich verbessert«, betont der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Utter.

hed_utter_061211_4c_3
Tobias Utter und Alfons Götz sprechen zu den Wöllstädtern.

 

 

Er machte den am Samstag trotz strömenden Regens zahlreich erschienenen Wöllstädter bei einem Ortstermin an der B 3 Hoffnung, dass der Bau tatsächlich in absehbarer Zeit – und nicht erst am St. Nimmerleinstag – beginnen kann.

Wöllstadt (hed). Laut Minister Jörg-Uwe Hahn (FDP) sind die Chancen auf eine baldige Finanzierung für die Ortsumgehung Wöllstadt deutlich gewachsen.

Der Protest der Wöllstädter trägt womöglich Früchte. (Archivfoto: nic)

 

 

Er bezieht sich auf die Entscheidung des Bundestags, im Bundeshaushalt 2012, dem Verkehrsministerium eine zusätzliche Milliarde Euro zu gewähren.

Hahn nahm Bezug auf ein Gespräch, das er kürzlich mit Dr. Peter Ramsauer (CSU) in Bad Homburg geführt habe. »Der Bundesverkehrsminister konnte sich genau an dieses Projekt erinnern und war von der besonderen Priorität überzeugt,« sagt Hahn. Ramsauer hätte aber auch deutlich gemacht, dass er »leider knapp 150 ähnliche Bauprojekte in Deutschland« auf dem Tisch liegen habe, deren Finanzierung noch fehle.