Wöllstadt (hed). Gerademal eine Minute lang konnte am Freitagmittag kein Verkehr fließen, weil die Demonstranten für ihren symbolischen »Ersten Spatenstich« auf dem Feld kurz vor Ober-Wöllstadt die B 3 überqueren mussten. Doch binnen Sekunden stauten sich Dutzende Autos. Ein kleiner Beleg dafür, wie viele Fahrzeuge täglich durch Wöllstadt fahren. Auch wenn die Chancen für die neue Umgehungsstraße schlecht stehen, will die Bürgerinitiative »Ortsumgehung – Jetzt« weiter Druck auf die Verantwortlichen ausüben.

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»Wenn es die Politiker schon nicht schaffen«: Die Wöllstädter machen den »Ersten Spatenstich« für die neue Straße. (Fotos: hed)

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Auf Politiker sind die Wöllstädter derzeit nicht gut zu sprechen: Nach der Ankündigung von Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer, im nächsten Jahr werde kein Straßenneubau beginnen, und den gegenseitigen Schuldzuweisungen der hiesigen Landes- und Kreispolitiker (von denen sich keiner blicken ließ) fühlen sich die Wöllstädter im Stich gelassen. »2009 wurde uns versprochen, dass es nach der B 3a Friedberg bei uns weitergeht. Das Geld war da, es besteht Baurecht, aber passiert ist nichts«, sagte der BI-Vorsitzende Peter Dangelmaier unter dem Applaus der knapp 80 Demonstranten, die kurz danach ihre mitgebrachten Spaten in die Hand nahmen und zu graben begannen.

Von den Verantwortlichen habe es bislang immer nur Lippenbekenntnisse gegeben. Stets sei gesagt worden, die Ortsumgehung stehe ganz oben auf der Prioritätenliste, nun sei plötzlich kein Geld mehr da. Dangelmaier: »Landtagspräsident Kartmann soll sich jetzt nicht hinter der Schuldenbremse verstecken. Für den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden stehen 247 Millionen Euro im Landeshaushalt. Das ist Geldverschwendung.« Die BI fordere, dass das Land Hessen in Vorleistung geht und die 38 Millionen Euro zur Verfügung stellt, sollte der Bund die Mittel nicht doch noch in den Etat stellen.

Wie der frühere BI-Vorsitzende Claus Zehm sagte, würde auch nicht gleich die Gesamtsumme benötigt. »Die Gemeinde hat alle Vorarbeiten erledigt. Mit ein paar Millionen Euro könnten jetzt die archäologischen Voruntersuchungen beginnen.« Es gehe beim Neubau nicht nur um Entlastung für die vom morgendlichen Lkw-Verkehr geplagten Wöllstädter, so Dangelmeier. Schließlich sei die B3 eine der wichtigsten Straßen der Region. Unterstützung bekomme die BI vom Gewerbeverein Friedberg, von der IHK Frankfurt und Firmen aus dem gesamten Kreis. »Auch die wollen und brauchen diese Straße.«

Die B3 wird Thema einer Bürgerversammlung sein, die am Montag, 26. September, um 20 Uhr im Bürgerhaus Nieder-Wöllstadt beginnt. Für 7. Oktober ist der nächste Demonstrationszug der BI angemeldet.

 

Quelle WZ: http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Woells
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