Wöllstadt (sdo). Am Samstag sind Hunderte Bürger Wöllstadts zusammen gekommen, um unter dem Motto »Wöllstadt frühstückt« erneut für den Bau der Umgehungsstraße zu demonstrieren. Treffpunkt war die Kreuzung an der B 3/B 45 in Nieder-Wöllstadt, die ab 11 Uhr für eine Stunde gesperrt blieb.

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Eine Stunde lang demonstrieren die Wöllstädter auf der Kreuzung an der B 3/B 45 für die Ortsumgehung. (Foto: sdo)

 

Initiiert wurde die Protestaktion von der Bürgerinitiative »Ortsumgehung Wöllstadt – Jetzt« um den Vorsitzenden Peter Dangelmaier. Unter den Demonstranten waren auch CDU-Landtagsabgeordneter Tobias Utter, Landrat Joachim Arnold, Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich und Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith.

»Wir demonstrieren für den sofortigen Baubeginn. Wöllstadt ist jetzt auch in Berlin bekannt«, sagte BI-Vorsitzender Dangelmaier in seiner Begrüßungsrede. Unter Applaus betonte er, dass die Bürgerinitiative großen Zuspruch aus Berlin bekommen habe und weiterkämpfen werde. Er dankte den Demonstranten, die ihrem Unmut mit Tröten, Trompeten und Rasseln Luft machten, für ihr zahlreiches Erscheinen, dann spielte das Wöllstädter Blasorchester.

»Die erste Demo war sinnvoller angelegt, hier sitzen die Leute ja nur und frühstücken«, sagte der 63-jährige Günter Böcher aus Wöllstadt und nahm dabei Bezug auf die Großdemonstration vom Mai, als etwa 1000 Menschen auf der B 3 von Nieder- nach Ober-Wöllstadt liefen. »Damals haben auch Auswärtige die Aktion mitbekommen, heute sind es nur die Leute, die sowieso von der Problematik wissen«, erklärte Böcher.

Die Ansage aus Berlin, dass die Ortsumgehung erst gebaut werden könne, »sobald sich im Rahmen der für das Land Hessen zur Verfügung stehenden Bundesmitteln wieder ein entsprechender Finanzierungsspielraum ergibt«, können viele Wöllstädter nach wie vor nicht nachvollziehen. »Die Politiker versprechen erst eine Freigabe, dann haben sie auf einmal kein Geld mehr für das Projekt. Wo ist denn das Geld geblieben?«, fragte Günther Böcher. »Wir sind nahezu machtlos«, ergänzte Anwohner Detlef Scheibel. Andere Aktivisten sprachen von einer »Verdummungspolitik«.

Die Demonstranten beklagten sich während der Protestaktion auch über die Lärmbelästigung durch die vielen Fahrzeuge. »Gestern Nacht war es wieder schlimm. Da war ein Unfall auf der Autobahn, und sofort war hier die Hölle los. Es ist extrem, seit die B 3 bis Friedberg geht. Ich möchte ungern direkt an der Durchfahrt wohnen«, sagte ein Protestler. »Ich wohne, seit ich geboren bin, an der B 3. Ich kann meinen Balkon nicht mehr benutzen wegen des Lärms und der Abgase«, beschwerte sich die 38-jährige Stefanie Haase. Sie findet die Demonstration gut, es sei wichtig, sich für die Umgehungsstraße starkzumachen.

Gegen halb 12 meldete sich Peter Dangelmaier mit einer Bitte an Ministerpräsident Volker Bouffier zu Wort: »Herr Bouffier, sprechen Sie endlich mit Ramsauer, er soll diese verdammte Straße bauen.« Dangelmaiers Frau Henriette fügte hinzu: Man wolle nicht noch einmal 20 oder 30 Jahre auf die Umgehungsstraße warten. Ein erster Fortschritt sei die Anwesenheit von Landrat Arnold und Ministerin Puttrich. »Ein Besuch von Herrn Bouffier wäre spitze«, sagte die 65-Jährige. Interesse am Bau der Ortsumgehung herrsche in allen Schichten, egal ob Jung oder Alt.

Pünktlich um 12 Uhr wurde die Demo beendet. Die nächste Protestaktion der BI soll im Herbst stattfinden. Dann soll wahrscheinlich wieder marschiert werden.

 

Quelle WZ: http://www.wetterauer-zeitung.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Woellstadt/Artikel,-Mit-Troeten-und-Trompeten-fuer-die-Ortsumgehung-_arid,279878_regid,3_puid,1_pageid,81.html