Wöllstadt (hed). In vier bis sechs Jahren werden die Anwohner in Ober- und Nieder-Wöllstadt wieder Ruhe vor dem Fenster haben. Hoffentlich, denn mit konkreten Terminzusagen konnten die Straßenplaner, die bei der Bürgerversammlung am Mittwoch in der Römerhalle die Pläne für den Bau der Ortsumgehung vorstellten, nicht dienen.

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Wo kommen die Brücken hin, wie weit ist die Straße vom Ort entfernt? Auf den Plänen, die in der Römerhalle aushängen, machen sich die Wöllstädter ein Bild vom Großprojekt Ortsumgehung.
Grund: Die Finanzierung des 43-Millionen-Euro-Projekts ist zwar gesichert, wann genau der Bund aber wie viel Geld auszahlt, ist nicht abzusehen. Immerhin: Im November soll mit dem Bau der ersten von zehn neuen Brücken begonnen werden.

B 3: Erster Spatenstich in wenigen Monaten möglich, Fertigstellung in bis zu zehn Jahren

Die wichtigste Aussage bei der Wöllstädter Bürgerversammlung am Mittwochabend lautete: "Jetzt geht es endlich los mit dem Bau der neuen B 3 in Wöllstadt". Sie stammte von Stefan Franz, dem Projektleiter für die Umgehungsstraße.

Von Jürgen W. Niehoff

Wöllstadt. Interessierte Blicke: Die in der Römerhalle ausgehängten Skizzen erregten bei den Wöllstädter Bürgern große Aufmerksamkeit.	Foto: Jürgen W. NiehoffInteressierte Blicke: Die in der Römerhalle ausgehängten Skizzen erregten bei den Wöllstädter Bürgern große Aufmerksamkeit. Foto: Jürgen W. NiehoffAuf diese Mitteilung hatten die rund 180 Wöllstädter Bürger in der Ober-Wöllstädter Römerhalle lange warten müssen: Der Bau startet bald. So war es ganz natürlich, dass sich nach Vorstellung und Erläuterung der anstehenden Arbeiten die Fragen der Bürger sich immer wieder um die Zeitdauer drehten.

Aber genau an diesen Punkt wich der Projektleiter der vom Bund mit dem Bau beauftragten Firma Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Deges aus Berlin immer wieder aus. Genauso wie Alexander Pilz, der Vertreter von Hessen Mobil. "Die Zeitdauer ist abhängig von so vielen Faktoren, auf die wir als Bauherr keinen Einfluss haben", entschuldigte sich Franz.

Schneller als erwartet kommt frohe Kunde für die Wöllstädter aus Berlin: "Im nächsten Jahr soll mit dem Bau der B3a begonnen werden", kündigt Bundestagsabgeordneter Peter Tauber (CDU) aus Gelnhausen an.

Wöllstadt. Der Protest hat Erfolg: Nächstes Jahr soll der Bau der Wöllstädter Umgehung beginnen.	Foto: Thomas KoppDer Protest hat Erfolg: Nächstes Jahr soll der Bau der Wöllstädter Umgehung beginnen. Foto: Thomas KoppIm Bundesverkehrsministerium sei "die definitive Entscheidung" gefallen, wie er "von der Hausspitze" erfahren habe, berichtet der Parlamentarier.

So habe das Ministerium die Kosten von rund 40 Millionen ab 2012 fest eingeplant, sodass der Bau starten könne. Die Details zum geplanten Bauablauf würden Anfang des Jahres nachgeliefert, erklärt Peter Tauber.

Die Gelder seien derart in den Planungen verankert, dass die Abstimmung der Finanzierungslisten im Haushaltsausschuss im Frühjahr für Wöllstadt nur noch Formsache sei, schätzt Tauber. Er verkündete die Nachricht gestern gemeinsam mit Hessens Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU). Bis vor einem Jahr hatte sie die Wetterau in Berlin vertreten.

Wöllstadt (hed). Es ist ein leicht verspätetes Weihnachtsgeschenk für alle Wöllstädter: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber hat am Mittwoch in einem Schreiben mitgeteilt, dass mit dem Bau der B 3/B 45-Ortsumgehung im neuen Jahr begonnen wird.

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Sie haben ihr Ziel erreicht: Die Wöllstädter, die im Mai und Oktober zu Hunderten auf die Straße gegangen sind, dürfen sich freuen. (Archivfoto: hed)

 

Dies habe ihm ein Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin bestätigt. Die Freude in Wöllstadt ist entsprechend groß.

Wie der Gelnhäuser CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Tauber, der den Wetteraukreis kommissarisch von der jetzigen Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) übernommen hatte, der WZ sagte, habe er die freudige Nachricht zwischen den Jahren aus dem Verkehrsministerium erhalten. Demnach sind die 38,8 Millionen Euro für den Bau der B 3/B 45-Ortsumgehung freigegeben.

Eine Entscheidung pro Ortsumgehung hatte sich abgezeichnet, nachdem dem Projekt im Investitionsrahmenplan bis 2015 eine hohe Priorität eingeräumt worden war. Zudem gab es berechtigte Hoffnung, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages, der Mitte Januar über die Verwendung der zusätzlich bewilligten Milliarde berät, auch Wöllstadt nennen würde. Dass die Entscheidung nun doch schneller kam und der Bau bereits 2012 beginnen soll, hat viele überrascht.